Teil eines Werkes 
1. Buch (1873) Kaunitz und Voltaire / von Sacher-Masoch
Entstehung
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Da kommt mein Denker, unſer Leibarzt Quesnay, der wird das genau wiſſen. Sie können gehen, Richelieu.

Der Herzog verließ das Cabinet, nachdem der Leibarzt eingetreten war, und, ohne ſich zu verbeugen, Hut und Stock auf den Tiſch gelegt hatte.

Frangois Quesnay, wie geht es? fragte der König.

Das iſt eine Frage, Sire, welche ich an Sie zu rich⸗ ten habe. Zuerſt der Puls die Zunge Der König folgte pünktlich jeder Aufforderung.Gut. Richtig, daß ich es nicht vergeſſe, Kaunitz wird ſogleich vorfahren; wenn Sie mit ihm Piquet ſpielen wollen, ſo ſagen Sie es Ihrem Kam⸗ merherrn, ſonſt läßt ihn Richelieu gewiß abweiſen.

Der König gab ſofort Befehl, den Grafen unangemel⸗ det vorzulaſſen.Was giebt es Neues? fragte er dann den Leibarzt.

Das Alte, entgegnete Quesnay lebhaft,Ihre Mi⸗ niſter, Sire, gehören nach Bicötre, wenn Sie nicht die Ba⸗ ſtille verdienen.

Was ereifert denn meinen Denker ſo ſehr? ſprach Ludwig. Dabei klopfte er wohlwollend Quesnay's Wange.

Das Verbot von Crebillon's Stück, ſagte der Leibarzt.

Das Wohl meines Philoſophen wird doch nicht an einem Trauerſpiele hängen?

Gewiß nicht, aber das Wohl Frankreichs, die Ehre meines Königs.

Oh!

Gewiß! Sire, wiſſen Sie, was man in Europa ſagen wird, was man in Ihrer Hauptſtadt ſagt?

Nun, was ſagt man? Daß Ihre Regierung vor einem Stücke zittern muß.