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„Richelieu! Sie werden mich doch nicht verrathen! Oh! die Marquiſe unterhält mich ſehr.“ Der König un⸗ terdrückte bei dieſen Worten ein leichtes Gähnen.„Was iſt mit der Ruſſin?“
„Alle meine Bemühungen, dieſes Geheimniß zu durch⸗ dringen, waren bisher vergebens.“
„Was iſt mit Voltaire?“
„Ich hoffe, daß es mir gelingen wird, ihn zu bewegen, dem Könige von Preußen für ſeine Einladung zu danken.“ „Er bleibt alſo. Es wird die Marquiſe freuen.“
„Sie nicht, Sire?“
„Mich, nun ja, mich auch. Er iſt doch ein gefeierter Name, es wäre für Frankreichs Feinde ein Triumph, wenn ſein berühmteſter Dichter in das Ausland ginge.“
„Voltaire wird bleiben,“ ſagte Richelieu,„ihn hat das neue Stück von Crebillon aufgeregt, das Verbot deſſelben wird ihn gewiß dankbar finden.“
„Warum iſt das Stück verboten?“ fragte der König.
„Sire haben es ja ſelbſt—“
„Richtig, ich habe es verboten; ja Herzog, die Staats⸗ weisheit hat zuweilen ihre unerforſchlichen Wege, wie die Allmacht. Mein Miniſterium iſt gegen das Stück— die Marquiſe— ich auch— vor allem ich, es darf mir nicht auf⸗ geführt werden.“
„Voltaire wird dieſer Entſchluß Eurer Majeſtät mit tauſend neuen Banden an ſein Vaterland feſſeln.“
„Was iſt mit Kalit ich glaube, ich langweile mich, ſeitdem er ausgeblieben.“
„Er iſt krank,“ erwiederte Richelien,„die Geſellſchaft vermißt ihn ſeit mehreren Tagen.“


