Teil eines Werkes 
1. Buch (1873) Kaunitz und Voltaire / von Sacher-Masoch
Entstehung
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Königs, dann erwarte ich Sie an der Schweizer Wache. Sie zeigen ein lebhaftes Intereſſe für Frau von Pompadour.

Ich bete Sie an, erwiederte Kaunitz lebhaft.

Ihr Gebet ſoll heute noch erhört werden.

Wie?

Ich beobachte die Marquiſe ſeit längerer Zeit und glauben Sie mir, ich kenne ſie, ich wage die Baſtille darauf, daß die Marquiſe

Daß ich ſie erobere! rief Kaunitz.

Der Abbé lachte:Daß ſie erobert ſein will.

Im prachtvollen Hauskleide ſaß der König an dem Kamine ſeines Cabinets und nahm den Bericht des Herzogs von Richelieu beinahe ungeduldig entgegen.

Ich langweile mich, ſagte Ludwig XV.;was Sie da für mich haben, das war alles ſchon da. Kleine Intri⸗ guen ohne alle Bedeutung, alle Originalität. Iſt denn das ſchöne Frankreich wirklich ſo langweilig geworden, es ſollte eine Unterthanspflicht ſein, ſeinen Herrſcher zu unterhalten, man könnte ein Geſetz darüber erlaſſen. Der König lachte etwas über ſeinen Einfall und Richelieu lachte mit. So verlangte es ſein Amt ſeine Würde.

Ich langweile mich, ſagte Ludwig, und ſchritt durch das Cabinet.Es ſind jetzt nahe an zwei Wochen, daß ich mich nur im Schlafe unterhalten habe, aber man kann doch nicht immer ſchlafen.

Sire! es würde die Marquiſe ſehr betrüben, wenn ſie ahnen würde