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das Hauptgewicht legen, daß Crebillon's neues Trauerſpiel Voltaire's Lorbeern welken machen wird, denn Ludwig XV. haßt Voltaire.“
„Und bietet doch alles auf, ihn feſtzuhalten.“
„Weil die Marquiſe es verlangt,“ antwortete der Abbé, aber er haßt ihn doch. Hören Sie nur. Nach dem Siege von Fontenoy erhielt Voltaire von der Marquiſe den Auf⸗ trag, ein Feſtſpiel zu verfaſſen. Die Marquiſe verfolgte dabei einen doppelten Zweck: den königlichen Geliebten durch den gefeierten Dichter zu verherrlichen und dem poeti⸗ ſchen Freunde die königliche Gunſt zu erobern. In glän⸗ zender Weiſe fand die Aufführung ſtatt, die Zuſeher jubel⸗ ten, als Trajan— Ludwig XV.,— von der Göttin des Ruh⸗ mes— Frau von Pompadour, gekrönt wurde. Der König zeigte ſich geſchmeichelt, die Abſicht der Marguiſe ſchien be⸗ reits erfüllt, als Voltaire, der eitle Voltaire, welcher, ſo⸗ bald der Vorhang gefallen, zu der königlichen Loge geeilt war und aufgeregt vor dem Eingange derſelben auf und ab ſchritt, ſelbſt den Siegeskranz von ſeinem Haupte riß. Als der König aus der Loge trat, rief Voltaire mit lächer⸗ lichem Pathos:„Iſt Trajan zufrieden?“ Der König ant⸗ wortete mit keinem Worte, gab der Marquiſe den Arm und verließ das Theater.“
„Das iſt koſtbar,“ ſagte Kaunitz,„das wollen wir be⸗ nutzen, ich ſpiele heute Abend mit dem Könige Piquet, ich will ein kühnes Spiel ſpielen und Trajan ſoll dabei die Karten ausgeben.“
Der Abbé dachte einen Augenblick nach, dann ſprach er:„Sie gewinnen den König und die Marquiſe, der Partie folgt, wie jeden Abend, das feierliche Stiefelausziehen des


