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„Das Stück iſt eben gut,“ antwortete Bernis,„und Voltaire iſt der Freund der Pompadour.“ Nach dieſen Wor⸗ ten ſtand der Abbé auf und trat feierlich auf Kaunitz zu. „Graf,“ ſagte er,„auf Ihnen ruht jetzt unſere ganze Hoff⸗ nung, auf Sie blickt die Kunſt, das Theater, die geiſtreiche Geſellſchaft— Europa.“
„Auf mich?“ entgegnete Kaunitz lächelnd.
„Ja,“ fuhr Bernis fort,„Sie werden Catilina zur Aufführung bringen.“
„Ich?“
„Sie, Sie allein. Unendliche Schwierigkeiten ſind hier zu bekämpfen, unendlicher Ruhm zu ernten. Die literari⸗ ſchen Kreiſe werden Alles aufbieten, Quesnay, ich ſelbſt un⸗ ſeren ganzen Einfluß in die Wagſchale werfen. Aber wird man uns hören? Wir gelten als Partei und damit fertigt man uns ab. Sie, Graf, Sie allein ſind unbefangen, denn welches perſönliche Intereſſe könnten Sie daran haben, ob Catilina aufgeführt wird, oder nicht!“
„In der That,“ entgegnete Kaunitz.
„Ihnen wird man glauben, Sie ſind ein Fremder, aber Sie nehmen lebhaft Theil an unſerem geiſtigen Leben, ohne von dem Parteikampfe deſſelben ergriffen zu ſein. Sie müſſen einſtehen für Catilina.“
„Sehr gerne,“ ſprach Kaunitz,„ich möchte mich ſogar . lebhaft für das Stück verwenden, aber wie die Aufführung durchſetzen, gegen das Miniſterium— die Marquiſe?“
„Sie ſetzen es durch, Sie allein,“ erklärte Bernis,„der König findet an Ihrer Unterhaltung Geſchmack, Sie werden Gelegenheit finden, ihm Catilina zu empfehlen, es wird Ihnen leicht werden, ihn zu überzeugeu, wenn Sie darauf


