Teil eines Werkes 
1. Buch (1873) Kaunitz und Voltaire / von Sacher-Masoch
Entstehung
Einzelbild herunterladen

167

Sie haben recht, rief Bernis,keine Baſtille, kein Parlament zügelt im fremden Lande ſeine Bosheit.

Voltaire, fuhr Kaunitz fort,mit allen ſeinen Schwächen, Voltaire hier unter uns, wo man ihn Back⸗ werk naſchen ſieht und zanken hört, iſt etwas, vor dem man zittert; bewundert und gefürchtet verläßt er Frankreich, um mit jeder neuen Meile, die ihn entfernt, zu wachſen in der öffentlichen Meinung.

Das ſoll er nicht, rief Quesnay.

Er ſoll Paris nicht ungeſtraft verlaſſen, ſchrie Ber⸗ nis,ich ſchreibe ein Trauerſpiel.

Mein Gott! ſagte Kaunitz beinahe erſchrocken,ich glaube, Sie wollen uns ſtrafen, und nicht Voltaire. Armer Dichter der Pucelle, Alles haßt dich, Jeder iſt dein Feind!

Ich nicht, erwiederte Couſtou.

Es wäre auch undankbar von Ihnen, ſprach der Graf,Voltaire iſt einer Ihrer wärmſten Bewunderer. Unter Anderem hat er Ihren Fuß der Pompadour geſehen, und ein ſo maßloſes Entzücken über dieſes Meiſterwerk ge⸗ äußert, daß die Marquiſe Sie beauftragen wird, für Vol⸗ taire

Ich ſoll den Fuß Wi

Nachbilden für Voltaire, erklärte Quesnay.

Ich thue es nicht, rief Couſtou.Er will ihn nach Potsdam nehmen, meinen Fuß, den König von Preußen unterhalten, unterhalten mit meinem Fuß, ich ich

Es iſt das Beſte, ſagte Kaunitz,Sie gründen einen Bund der Vergeltung, ſchwarze Mäntel und Kapuzen, Ab⸗ zeichen: Fuß der Pompadour, Mordwaffe: Trauerſpiel von Bernis. Damit erhob er ſich und nahm Hut und Stock.