Teil eines Werkes 
1. Buch (1873) Kaunitz und Voltaire / von Sacher-Masoch
Entstehung
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37 und der Miniſter Ludwig XV. verſchwand hinter dem Thürvorhang.

„Was hat er nur?“ ſagte Albemarle,„er iſt wie aus⸗ gewechſelt.“

Kaunitz erklärte ſein Erſtaunen über das Benehmen des Staatsminiſters in demſelben Maße wie der Lord.

„Ueberbringt er Ihnen ſelbſt die zärtlichen Briefe ſei⸗ ner Frau?“

Kaunitz lächelte.

„So einem Franzoſen ſieht alles ähnlich,“ fuhr der Britte fort;„nun ſo ganz unter uns, haben Sie ein Verhält⸗ niß mit Madame Zephyrine von Machault? ich habe Sie in meine Beziehungen zu Fräulein Gabriele von Severin ſtets redlich eingeweiht.“

Der Graf durchflog noch einmal das Billet.„Nichts von dem, ich kenne die Dame nur von der Promenade. Wie ſoll ich das verſtehen, leſen Sie ſelbſt.“

Albemarle las, dann ſprach er:„Eine Einladung im engſten Zirkel der Familie, ich bin nicht eingeladen, ſonder⸗ bar, und er ſelbſt— Kennen Sie ſeine Schwäche?“

„Welche? Ich kenne ſo manche,“ erwiederte der öſter⸗ reichiſche Diplomat.

„Herr von Machault iſt ja im höchſten Grade eifer⸗ ſüchtig.“

„Eiferfüchtig, gut zu erfahren.“ Kaunitz trat an die Thüre, im Nebenzimmer ſaß der Secretair an dem. Schreib⸗ tiſche, die Feder in der Hand.„Herr von Machault iſt im höchſten Grade eiferſüchtig,“ wiederholte der Graf, wie ohne Abſicht. Binder nickte und notirte.

„Eiferſüchtig wie der Mohr von Maſter Shakeſpeare;