Teil eines Werkes 
1. Buch (1873) Kaunitz und Voltaire / von Sacher-Masoch
Entstehung
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muß Voltaire verleidet werden. Aber wie? Nun wir wer⸗ den ſehen.“

Der Kammerdiener brachte das Frühſtück. Der Graf nahm Platz an dem Tiſchchen und ſchickte ſich an, ſeinen Kaffee zu nehmen.

„Lord Albemarle,“ meldete Frangois.

„Lord Albemarle um dieſe Stunde?“

„Er läßt ſich nicht abweiſen.“

„Gut,“ entſchied Kaunitz,„er wird empfangen, ſo ferne er Zeuge meiner Toilette ſein will, ſage ihm das.“— Lang⸗ ſam ſchlürfte er den Kaffee, nahm etwas feines Gebäck und leerte dann zwei kleine geſchliffene Gläſer Waſſer, welche Frangois auf einer Taſſe bereit hielt. Der Graf ſtand auf, während Frangois alle Thüren der ganzen Zimmerreihe weit öffnete.

„Geheizt?“

„Zu Befehl, Ercellenz, nach dem Thermometer fünfzehn Grade durchaus.“

Kaunitz ſchritt durch die ganze lange Reihe ſeiner Zimmer, in jedem derſelben hing ein Thermometer, in jedem ſah er auf den Stand der Queckſilberſäule, erſt als er im letzten angelangt war, nickte er beifällig, kehrte eben ſo zurück und begab ſich in ſeine Garderobe.

Zwei Diener ſtanden hier hinter einem kleinen Roll⸗ ſeſſel, der eine hatte den Pudermantel über dem Arme, der andere war mit Kamm und Bürſte bereit zu friſiren.

Kaunitz ſetzte ſich.„Lord Albemarle,“ ſagte er ge⸗ meſſen. Der Kammerdiener ging.

„Noch eine Neuigkeit, Excellenz,“ bemerkte Binder, „Signora Proli iſt in Paris.“