Teil eines Werkes 
1. Buch (1873) Kaunitz und Voltaire / von Sacher-Masoch
Entstehung
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zuſeufzen und oft zu begegnen, geſtern erhielt ich das erſte Rendezvous.“

„In ihrer Wohnung?“

„Zu dienen, Ercellenz. Voltaire war im Theater, ein Schmuck von Amethyſten“— er zog die Rechnung aus der Taſche—

„Gut,“ ſagte der Graf.

„Machte ſie redſelig, ich überreichte ihn auf meinem Sacktuche knieend. Sie nannte mich einen deutſchen Bären, einen Unverſchämten“—

„Aber ſie nahm ihn“—

„Noch mehr, ſie legte ihre Hände um meinen Hals.“

Kaunitz lächelte.„Ich will Ihnen die Erinnerung an Ihre Seligkeiten erſparen.“

Binder fuhr fort:„Mein Erſtaunen kannte keine Gren⸗ zen, als ſie ſich die Nichte Voltaire's nannte. Ich ſpielte ſeinen Bewunderer mit ausgezeichnetem Glücke, lenkte das Geſpräch auf die franzöſiſche Geſellſchaft in Potsdam und ſprach mein Bedauern aus, daß Friedrich Leute wie La Mettrie und Arnaud an ſich ziehe und von einem Voltaire kaum Kenntniß nehme. Das war zu viel für den Ehrgeiz der kleinen Denis und das Geheimniß kam zum Vorſchein.“

„Er geht alſo gewiß?“

„Nicht ſo ganz, es handelt ſich noch um das Jahr⸗ geld.“

„Er geht alſo nicht, denn Friedrich iſt geizig.“

„Hier kaum, aber je mehr er bietet, um ſo mehr for⸗ dert Voltaire.“

„Es muß alſo noch etwas geſchehen, um die Unter⸗ handlung zur Reife zu bringen,“ erklärte Kaunitz.„Paris