Teil eines Werkes 
1. Buch (1873) Kaunitz und Voltaire / von Sacher-Masoch
Entstehung
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ich meine Schritte verdopple, er wird nicht müde, und lacht vergnügt, bleibe ich zurück, da iſt er ſchon umgekehrt und lacht wie toll. Will ich ihn faſſen, ſehe ich ihn wie eine Lufterſcheinung verſchwinden, um ihn wieder am Thore meines Palaſtes zu finden, wenn ich nach Hauſe zurück⸗ kehre.“

„Ich vermuthe, daß es ein ungeſchickter Agent des Königs von Preußen iſt.“

„Ihr Anhaltspunkt?“

„Es iſt gewiß, daß er ſich zwei Mal angelegentlich mit dem preußiſchen Geſandten von Knyphauſen unterhal⸗ ten hat.“

„Unterhalten?“

„Oder unterredet, kurz man hat ihn in ſeiner Beglei⸗ tung geſehen.“

„Sonderbar, ich halte ihn für einen verrückten Künſt⸗ ler. Nun Ihre Neuigkeiten, Binder.“

„Man ſchätzt Excellenz in den hieſigen literariſchen Kreiſen ſehr hoch, aber man hegt noch einiges Mißtrauen gegen den Fremden, oder geradezu gegen den Oeſterreicher.“

Der Graf ſah theilnahmlos vor ſich hin.

Binder fuhr fort:„Es iſt eine Partei hier und zwar eine ſehr ſtarke, welche den König von Preußen wie einen Gott anſieht: die franzöſiſchen Schriftſteller und Gelehrten, die er an ſeinen Hof berufen, hängen hier mit tauſend Fäden zuſammen, welche ſie, ſo oft es nothwendig erſcheint, im Intereſſe des königlichen Gönners ſpielen laſſen. Bei Anderen ſind es die Sitze in der Akademie von Berlin„die Jahrgelder, welche ihnen winken. Sie alle ſind aber mehr