Teil eines Werkes 
1. Buch (1873) Kaunitz und Voltaire / von Sacher-Masoch
Entstehung
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Schach zu erhalten, während ſie ebenſo Oeſterreichs Macht⸗ entwickelung durch Preußen und Sardinien zugleich in Deutſchland und Italien zu hemmen und zu vereiteln ſuchen werden.

Noch ſchenkte man ihm keinen Glauben. Jetzt bekam er die Rolle des Friedensſtifters zwiſchen den uneinigen öſterreichiſchen und engliſchen Generalen, den unglücklichen Feldzug in den Niederlanden vollends ſatt.

Als die Franzoſen Antwerpen einnahmen, bat er um ſeine Entlaſſung.

Maria Thereſia berief ihn nach Wien. Sie verhan⸗ delte mit ihm allein, unerwartet verließ er die Reichshaupt⸗ ſtadt und begab ſich in geheimer Miſſion nach London. Die öſterreichiſchen Miniſter begannen Mißtrauen zu ſchöpfen.

Ihr Zweifel machte ſchlecht verhehltem Unmuthe Platz, als bald darauf die Ernennung des Grafen zum wirklichen Conferenzminiſter erfolgte.

Zugleich erhielt er von ſeiner Herrſcherin ein Porträt, zu dem ſie kurz nach ihrem Vermählungstage im Coſtüm der Sultanin geſeſſen.(Das Bild iſt gegenwärtig im Be⸗ ſitze des Fürſten Metternich und befindet ſich in dem Schloſſe Königswart in Böhmen.) Man war nicht weniger erſtaunt, daß Graf Kaunitz ſich neuerdings dem Dienſte Maria The⸗ reſia's widmete, ohne daß die Grundſätze ihrer Politik eine Veränderung erfahren hatten, als daß die Monarchin ihm ihr Vertrauen in ſo reichem Maße ſchenkte.

Auf dem Feldzuge in den Niederlanden hatte Lud⸗ wig XV. die Chateauroux vergeſſen, die Marquiſe von Pom⸗ padour, ihre Nachfolgerin, hielt den königlichen Geliebten in Verſailles gefeſſelt, aber ſie ſuchte demſelben Schickſale