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Gewißheit. Die Reichszuſtände betrachtete er mit einem Gemiſch von Unwillen und Heiterkeit.
Die deutſchen Verhältniſſe erſchienen ihm nur als läſtige Feſſeln für das ſich mächtig entfaltende Heſterreich. Sie abzuſtreifen in demſelben Maße als die eigene Staaten⸗ bildung vorwärts ſchritt, ſchien ihm die oberſte Aufgabe ſeiner Regierung, im Vereine mit einer innern Politik, welche die Zerſtörung der feudalen Ordnung und Verhält⸗ niſſe, die Befreiung des leibeigenen Bauernſtandes zu be⸗ ſchleunigen, die Entfeſſelung des Handels, der Induſtrie, die Vernichtung der politiſchen Selbſtſtändigkeit der Pro⸗ vinzen, vor allem Ungarns, die Herſtellung eines Staats⸗ haushalts, einer Verwaltung, einer Rechtspflege nach den Ideen der Zeit und ſo die S eines modernen Staats mit dem Aufgebote aller Macht und Kräfte durchzu⸗ führen hätte.
Mit aufrichtigem Schmerze ſah er damals die Apathie der Staatsmänner in Wien, den legitimen Schlendrian des heimiſchen Regiments.
Der Tod ihres Vaters berief Maria Thereſia zur Re⸗ gierung der öſterreichiſchen Länder— der deutſche Kaiſer⸗ thron war erledigt.
Kaunitz verließ ſeinen Poſten und zog ſich auf ſeine Güter in Mähren zurück. Dem Reiche wollte er nicht die⸗ nen. Je mehr es ihn aber drängte, Alles was er war und was er ſein nannte, Maria Thereſia zu Füßen zu legen, um ſo mehr hielt es ihn zurück, es ihr zu bieten. Während der Adel aller Provinzen am Throne der neuen Herrſcherin ſein Knie beugte, ſchoß Kaunitz Rebhühner in den Feldern um Auſterlitz.


