müthigem Lachen, dann ſetzte ſie ſich zu dem Flügel, klim⸗ perte und trillerte, das Köpfchen dem Paare auf dem Sopha zugewendet, das alte Lied von dem verliebten Schäfer.
II.
Slavenherzöge waren Kaunitz' Ahnen. Im rothen Wappenſchilde führte das Geſchlecht zwei Seeroſen, eben ſo zwiſchen den Adlerflügeln des Helmes. Auf der Wanderung ſtand einſt ihr Volk rathlos an einem ungeheuren See, da warf der Herzog ſich zu Pferde in die Fluth, ſchwamm hin⸗ über und brachte die zwei Seeblumen als Zeichen.
Ein Kaunitz kämpfte am Lechfelde gegen die Ungarn. Ein anderer baute die Burg Kanize an der Iglawa. Hei⸗ rath und Krieg vermehrten die Macht der Kaunitze. Sie führten polniſche Königstöchter heim, zogen mit Barbaroſſa gegen das aufrühreriſche Mailand. Im Kampfe gegen einen Kaunitz fiel Herzog Jaſomirgott von Oeſterreich. Ein Kau⸗ nitz verwaltete Kärnthen für Premyſl Ottokar, und wieder einer ſchloß den großen Landfrieden. In allen Schlachten, die auf öſterreichiſcher Erde geſchlagen wurden, floß ihr Blut. In ollen großen Geiſteskämpfen fochten ſie tapfer mit. Sie ſchützten Lutheraner und Wiedertäufer, den Druck und Han⸗ del ihrer Schriften. Im Hauſe der Kaunitz auf dem Markte zu Brünn verſchwor ſich der mähriſche Adel für den Win⸗ terkönig. Zwei Kaunitz waren verurtheilt, auf dem Alt⸗ ſtädter Ring in Prag unter dem Schwerte des Henkers zu ſterben.
Ihre Nachkommen ſtifteten Kloſtergüter.


