„Sie?“ rief Machault erregt.
„Ja! ich will—“
„Kaunitz in Ihre Feſſeln ſchlagen? Allerliebſt!“ froh⸗ lockte Gabriele. Todtenbläſſe hatte ſich auf dem behäbigen Geſichte des Miniſters gelagert.
„Sie— Sie wollen— Nein!“ ſprach er, und rang wehmüthig die Hände—„dreiundzwanzig Jahre leben wir in einer glücklichen Ehe— und Sie, Madame— Sie wol⸗ len— Nein— Nein!“ Flehend faßte er die Hände ſeiner Gemahlin.
„Bedenken Sie doch Ihre Nächte!“
„Das eben,“ ſagte Machault, und der Angſtſchweiß trat auf ſeine Stirne.
„Ihren Appetit!“
„Das eben.“
„Ihre Laune!“
Machault nickte.
„Frankreich!“
„Nein, Zephyrine, Sie— Sie werden nicht mit ihm kokettiren.“
„Aber Frankreich!“
„Nein, um dieſen Preis will ich keine Löſung,“ ſprach der zärtliche Gatte, führte die Gemahlin zu dem kleinen Sopha und nahm an ihrer Seite Platz, fröhlich, wie wenn alle Geheimuiſſe des öſterreichiſchen Geſandtſchaftshauſes vor ihm erſchloſſen lägen.
„So! jetzt biſt Du wieder gut, und lachſt auch,“ flüſterte Gabriele, indem ſie ſich über Machault's Schulter beugte.
„Und Kaunitz?“ fragte er beinahe traurig.
„Den überlaſſe mir,“ erwiederte die Kleine mit über⸗


