Teil eines Werkes 
1. Buch (1873) Kaunitz und Voltaire / von Sacher-Masoch
Entstehung
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niederländiſcher Meiſter, bedeckten die Wände die Bildniſſe der Familie Machault. Es war ein altes Geſchlecht, das ſeinen Stammbaum in fränkiſche Zeiten zurückführte, präch⸗ tige, ſtolze Geſtalten, doch trugen nur wenige der älteren kriegeriſche Abzeichen. Einer fiel auf, der war gegen die Ketzer im ſüdlichen Frankreich in das Feld gezogen. Von ihm ſchien die Familie den frommen Hang geerbt zu haben, denn viele der Neueren trugen das geiſtliche Gewand. Die Meiſten hatten Frankreich als Staatsmänner gedient, das waren feine, durchgeiſtigte Köpfe. Nur Einzelne trugen den Purpur des Parlaments von Paris.

Ihren Enkel, den Miniſter, welcher ſich unmuthig in einen der hohen Lehnſtühle hineingezwängt hatte, reihte ſein Aeußeres mehr unter die Aebte und Domherren der Familie. Schon die Jugendgenoſſen hatten ihn nur den kleinen Abbé genannt. Jetzt war er ein Bild feiner, ſelbſt gefälliger Behaglichkeit, nur um ſeine Stirne ſpielte etwas von dem beweglichen Geiſte der diplomatiſchen Ahnherren, und aus ſeinem Auge leuchtete in Augenblicken die begei⸗ ſterte Herzhaftigkeit des Albigenſer Helden. Früh in den Staatsdienſt getreten, nicht um, gleich den meiſten jungen Cavalieren in Frankreich, zu ſpielen, zu kokettiren, zu duelli⸗ ren, ſondern erfüllt von einem ernſten Berufe für ein Va⸗ terland, das er ernſt liebte, ſtieg er von Stufe zu Stufe. Ihm fehlten große Ideen, ſtarke Grundſätze; aber er war klug und gewandt, und die gleichmäßige Gunſt Ludwig XV. und der Marquiſe von Pompadour übergab ihm die Leitung der auswärtigen Angelegenheiten Frankreichs.

Bisher hatte er ſein Amt mit glänzenden Erfolgen ver⸗ waltet, jetzt ſtörten ihn zwei Dinge in ſeiner Bahn ſeine