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Lord Albemarle, dem Geſchäftsträger des befreundeten Eng⸗ land, auf keinem vertrauteren Fuße als mit Herrn Ulyſſes von Knyphauſen, dem Botſchafter des Eroberers von Schle⸗ ſien. Dagegen war er mit den Luſtſpieldichtern, den Sa⸗ tyrikern, den Gelehrten, den Philoſophen ſchnell bekannt ge⸗ worden. Er fehlte regelmäßig bei den diplomatiſchen Di⸗ ners, nie bei dem Abendeſſen einer reizenden Frau. Er entſchuldigte ſich, wenn man von ihm Auskunft verlangte über das Temperament des franzöſiſchen Staatsminiſters, oder über den Styl des holländiſchen Rathsſecretairs, aber er wußte genau, bei der wie vielten Taſſe Quesnay, der Leibarzt des Königs, ſeine Theorien über die Wirthſchaft des Staats zu entwickeln begann, und jede Wendung in der Schule der Frauen oder dem eingebildeten Kranken war ihm geläufig.
Sein Tag war die Toilette, die Promenade, die Vi⸗ ſite, das Diner, das Cafeé, der Salon, das Theater, er lebte das Leben eines Franzoſen von Stand und Geiſt, nicht je⸗ nes eines Geſchäftsträgers einer fremden Macht. In ſeiner Wohnung, ſeiner Loge verkehrten die Schriftſteller wie in der Akademie, oder den Bureaux d'esprit. Wenn er Arm in Arm mit Montesquieu ging, überſah er leicht den ruſ⸗ ſiſchen Geſandten, mit deſſen Hofe das Gerücht Oeſterreich eben in wichtige Verhandlungen treten ließ.
In Verſailles verkehrte der Graf als täglicher Gaſt. Kaunitz war gerne geſehen, denn er brachte keine Noten, keine Depeſchen, keine Aktenſtücke, heute eine allerliebſte Anekdote, morgen die Idee zu einem Zeitvertreibe, welcher den König aus ſeiner Apathie emporſchnellte. Er unterhielt, denn er ſchien keinen andern. Zweck zu haben, als zu unter⸗


