die öſterreichiſche Monarchie zu zerſtören. Die Enkelin der römiſchen Kaiſer, die Erbin ſo vieler Königreiche und Län⸗ der ſollte nur noch die Königin von Ungarn ſein.
Friedrich der Große war in Schleſien eingerückt, um ſein kleines Königreich zu vergrößern und der preußiſchen Königskrone, welche von der Jronie des Zeitalters um⸗ ſpült war, den Glanz von Siegen, Eroberungen, politiſchen Erfolgen zu geben, um die Weinſtuben und Zeitungsſchreiber zu beſchäftigen. Frankreich führte ſeine Truppen nach Oeſter⸗ reich und Böhmen, damit dem Kampfe der Jahrhunderte um die Herrſchaft in Europa ein Ende gemacht werde.
Was Ludwig XIV. angeſtrebt, Eugen von Savoyen vereitelt hatte, ſchien Ludwig XV. wie im Spiele erringen zu können. Der alte Gegner ſollte vernichtet, ſein Gebiet unter die Sieger vertheilt werden, aber die junge Frau, welche damals den habsburgiſchen Hermelin trug, kämpfte den Kampf gegen Frankreich und ſeine Verbündeten muthig und glücklich, wie einſt Karl V., wie die Helden des dreißig⸗ jährigen Krieges, und jenes um die ſpaniſche Erbfolge. Im Frieden verlor ſie Schleſien, aber Heſterreich hatte ſich das erſte Mal neben Deutſchland als ſelbſtſtändige Macht gezeigt und behauptet. In dem Friedensinſtrumente wurde der öſterreichiſche Staat, wie die Erbfolge Maria Thereſia's von den europäiſchen Mächten anerkannt.
Nahe an acht Jahre war der gebildete Welttheil ein Heerlager, bis der Congreß zu Aachen demſelben den Frie⸗ den, Frankreich ſeine geiſtige Weltherrſchaft wieder gab.
Die zerriſſenen Fäden wurden wieder angeknüpft, für die Geſellſchaft ſchien der Friede nie geſtört worden zu ſein. Der große König von Preußen und der große Staatsmann


