Teil eines Werkes 
2. Band (1876) Novellen
Entstehung
Einzelbild herunterladen

199

und die Signora hat mich ſehr lieb gewonnen und hat mir ihren eigenen Pelz zum Hochzeitsgeſchenk gegeben.

So die Stirne der Kaiſerin erheiterte ſich, ich habe Sie rufen laſſen, weil ich gehört habe, daß Sie ein Ausbund der Tugend iſt. Hat Sie ihr Mo⸗ ralitätszeugniß bei ſich?

Lina übergab es knieend der Monarchin, welche es langſam und aufmerkſam las.

Das iſt einmal ſchön, ſagte Maria Thereſia, ich liebe die Sittſamkeit. Sie geht wohl auch fleißig in die Kirche? Nun, ich gebe alſo meine Einwilligung, Sie kann meinen Offizier da heirathen und ſo lange Sie lebt hat Sie eine Penſion von mir und Ihre Bu⸗ ben ſollen in der Wiener Neuſtadt erzogen werden zu braven kaiſerlichen Offiziren, denn das kann Ihr Zukünftiger da am beſten ſagen wenn auch die Gage klein iſt, ſo iſt doch die Ehre groß.

Die Liebenden warfen ſich der Monarchin zu Fü⸗ ßen, welche ſie ſegnete und dann huldvoll aufhob

Nach ihnen erſchien der Präſident der Keuſchheits⸗ commiſſion, den Angſtſchweiß auf der Stirne, im Au⸗

dienzſaal. Nun, es hat ſich Alles zum Beſten aufgeklärt mit