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„Er wird es ſich überlegen, gegen Euch was zu unternehmen“, fuhr dieſe indeß fort,„er weiß, daß ihn Niemand liebt, was ſoll man auch von einem Manne erwarten, welcher alles, was ruſſiſch iſt, ver⸗ achtet und der ergebene Diener des Königs von Preu⸗ ßen iſt, den er, gleich einem Affen, in Allem nach⸗ ahmt. Er weiß ebenſo gut, daß die Großen des Rei⸗ ches, wie das Volk Euch verehren, denn Ihr ſchätzt die ruſſiſche Kirche und unſere alten Sitten, und ſeid ebenſo wohlmeinend und klug, als er ein boshafter Dummkopf iſt.“
„Wenn er aber meinen Zuſtand entdeckt?“ fiel die Großfürſtin ein.„Bis jetzt iſt es meiner treuen Katha⸗ rina Jwanowna gelungen, ihm durch weite, faltige Gewänder das gefährliche Geheimniß zu verbergen, aber mit jedem Tage wird die Gefahr der Entdeckung größer, beſonders wenn er Kaiſer wird und ich an ſeiner Seite öffentlich erſcheinen ſoll, ich kann doch nicht im— Schlafrock den Thron beſteigen?“
„Laßt nur mich machen“, erwiderte die Kammer⸗ frau,„er trägt ſeinen preußiſchen Rock, Ihr werdet dafür in der ruſſiſchen Tracht erſcheinen und ihm weis machen, daß es nur zu ſeinem Vortheil geſchieht, um das Volk zu beſänftigen, das die fremden Kleider
verabſcheut. Auch kömmt uns der Winter zu ſtatten,


