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Nation gerichtet waren. Die kleine, graziöſe, ſchlanke Dame mit dem bleichen, nervöſen Geſichtchen, welche ihr Geſellſchaft leiſtete, war die neunzehnjährige Fürſtin Katinka Daſchkow, die Schweſter der Favorite des Thronfolgers, des Fräuleins Eliſabeth Woronzow.
Die Großfürſtin, welche, die Arme über der im⸗ poſanten Büſte gekreuzt, in ihrem Sammtfauteuil lag, und die großen grauen Augen ſeit geraumer Zeit auf die verglimmenden Holzſcheite geheftet hatte, ſchien in ernſte, ja düſtere Gedanken verſunken, während ihre unruhige Freundin bald die Gluth mit dem kleinen Blasbalg anfachte, bald die Spitzen, mit denen ihre Seidenrobe beſetzt war, ordnete oder den dicken Por⸗ cellan⸗Chineſen auf dem Sims mit dem großen Kopfe wackeln ließ.
Die Beiden ſchienen etwas mit Spannung zu er⸗ warten.
Endlich rauſchte die Portiere und eine kleine dicke Frau mit gemeinen aber klugen Zügen kam raſch in das Zimmer. Es war die vertraute Kammerfrau und Liebes diplomatin der Großfürſtin, Jwanowna Tſchere⸗ kowskoja.
„Nun, iſt es wahr?“ rief ihr die Großfürſtin, ſich lebhaft aufrichtend, entgegen. 5
„Ja“, ſagte die Kammerfrau,„es iſt alles rich⸗
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