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„Laß mich“, ſagte ſie;„ich will mich ſchön machen.“
„Biſt Du's nicht?“
„Ich will Dich vollends wahnſinnig machen“, mur— melte ſie, erhob ſich und ſchlüpfte in eine mit dunklem Pelzwerk verbrämte weite Jacke, welche auf einem Stuhle bereit lag.„Wie gefall ich Dir ſo?“ fragte ſie mit einem Blick, der Maxim für kurze Zeit die Beſin⸗ nung raubte.
„Du biſt wunderbar—“, ſein Auge hing trunken an dem ſchönen majeſtätiſchen Weibe, deſſen herrliche Büſte in dem dunkeln Pelzwerk noch blendender erſchien. „Sei mein, Katharina, ganz mein, Du wollteſt mich wahnſinnig ſehen, ich bin es. Sei gnädig jetzt, erbarme Dich meiner.“
Beide, der treue Bräutigam und das grauſame coquette Weib, hatten ihre Rollen vortrefflich ſtudirt und die Comödie klappte bis jetzt ausgezeichnet; nun kam es aber doch ein wenig anders, als es der Oberſt, oder die Czarin, oder gar Potemkin und Angela dachten.
Die Leidenſchaft des ſchönen Mannes ergriff die Sinne der Kaiſerin und als er ſie auf die Ottomane niederzog und mit feurigen Küſſen die höhniſchen Worte erſtickte, welche ſie bereits auf den Lippen hatte, da,
in dem Augenblicke, wo er erwartete, von ihr mit Sacher⸗Maſoch, Ruſſiſche Hofgeſchichten III. 16


