Plötzlich ſtand eine weiße Geſtalt vor ihm. War es die Kaiſerin? Er erhob ſich und nahm ehrerbietig den Hut ab.
„Ich bin es, Maxim“, ſprach eine wohlbekannte Stimme, deren ſüßen Klang er ſo lange entbehrt hatte, und zwei weiche Arme umfingen ihn. Nach einem langen Kuſſe machte ſich Angela los.„Das iſt nicht genug“, ſagte ſie,„ich werde auf der Bank ſitzen und Du mußt vor mir knieen und mir Liebe ſchwören.“
„Muß ich?“
„Denke, daß wir die Kaiſerin aufbringen müſſen.“
„Wie?“
„Frage nicht weiter, Potemkin will es ſo und das ſei Dir genug. Auf die Knie!“ ſie deutete mit ihrer weißen Hand auf den Boden und ſchien Maxim mit einem Male ſo majeſtätiſch, daß er ihr gehorchen mußte. Da lag er nun zu ihren Füßen und ſchwor, das Auge bald zu ihr, bald zu den Sternen erhoben, allerhand Unſinn und die Sterne hörten geduldig zu, aber An⸗ gela gab ihm einen eichten Backenſtreich und flüſterte: „nicht ſo toll!“
Und wie ſie ihn jetzt an ihre Bruſt zog und ſein liebes Antlitz mit Küſſen bedeckte, ſtand Katharina I. mit Potemkin hinter der grünen Wand und fieberte vor Wuth und Eiferſucht.


