Teil eines Werkes 
3. Band (1874)
Entstehung
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Ein Adujutant wurde abgeſchickt, ihn vor die Czarin zu laden.

Er kehrte allein und mit einer reglementwidrig heitern Miene zurück.

„Wo iſt der Oberſt“, fragte Katharina II. mit einer gewiſſen Heftigkeit.

„Der Herr Oberſt läßt ſich eniſchibigen es iſt ihm unmöglich“,— ſagte der Adjutant, der in Gefahr war, ſich die Zunge abzubrechen.

„Unmöglich, wenn ich es befehle?“ rief die ſchöne Deſpotin.

„Der Herr Oberſt ſteckt mit ſeinen Kanonen, Sol⸗ daten und Pferden bis an den Hals in einem großen Sumpf“, ſagte der Adjutant.

Die Kaiſerin ſtutzte einen Augenblick, dann brach ſie in ein ſchallendes Gelächter aus, in das der Gene⸗ ralſtab und endlich die ganze Armee einſtimmte.

„Glauben Majeſtät nicht, daß es an der Zeit wäre, dieſen Herrn Oberſten in Penſion zu ſchicken,“ ſagte Potemkin, als er auf dem Rückweg neben ihr ritt.

„O! Durchaus nicht an der Zeit“, rief Katha⸗ rina II. mit einem Blitz ihrer kühnen geiſtvollen Au⸗ gen,„dieſer Oberſt iſt, wie ich ſehe, im Stande, Sie eiferſüchtig zu machen, lieber Potemkin, und das macht