Teil eines Werkes 
3. Band (1874)
Entstehung
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deren Courier nach Berlin und habe den Capitän Uruſ⸗ ſow auf die Wache führen laſſen, wo er der Strafe harrt, welche Eure Majeſtät über ihn zu verhängen geruhen werden.“

„Er muß exemplariſch beſtraft werden“, entſchied die Kaiſerin, welche zornig auf und abging,„ich de⸗ gradire ihn hiermit zum Gemeinen und verurtheile ihn zu hundert Knutenhieben.“

„Majeſtät, dieſes Urtheil iſt etwas hart“, bemerkte Potemkin, der nicht im Entfernteſten daran dachte, die Strafe vollziehen zu laſſen und dem das Lachen nahe war.

„Ich will aber hart ſein“, rief Katharina II., „und mehr als das, ich will in dieſem Falle ſogar grauſam ſein, die Execution hat morgen um zehn Uhr Vormittags ſtattzufinden und ich ſelbſt werde derſelben zuſehen.“

Pot mkin, welcher ſeine Gebieterin kannte und wußte, daß im Augenblicke nichts weiter zu machen war, verneigte ſich und ging. Nach einer Stunde wurde er von Neuem zu ihr beſchieden.

„Es wäre doch unmenſchlich, dieſen ſchönen jungen Menſchen unter der Knute des Henkers ſterben oder nur verſtümmeln zu laſſen“ ſagte Katharina I. „Gewiß, Majeſtät.“