Teil eines Werkes 
3. Band (1874)
Entstehung
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„Sie haben auch im Küſſen Fortſchritte gemacht“, ſagte Katharina II. lächelnd,„verdanken Sie dieſelben auch Ihrem Tanzmeiſter oder haben Sie darin andere Lehrmeiſter gehabt?“ Sie ſchlug ihn mit der Hand leicht auf die Wange.„Holen Sie jetzt Ihre Depeſchen bei dem Generaladjutanten, Herr Capitän, und reiſen Sie mit Gott.“

Als Maxim bei ſeinem Gönner Potemkin eintrat, rief ihm dieſer von Weitem ſchon entgegen:

„Ich gratulire, Capitän, ich gratulire“, dann ſetzte er leiſe hinzu:

„Aber die Depeſchen werden Sie nicht überbringen, ich habe bereits einen Anderen damit abgeſchickt. Wir werden einen neuen Streich ausführen, auf den Sie ge⸗ wiß in Ungnade fallen. Gehorchen Sie mir nur blind, Sie werden es nicht bereuen.“

Gegen Abend ließ ſich Potemkin bei der Monarchin melden.

„Was bringſt Du, Gregor Alexandrowitſch, Du ſcheinſt ſehr aufgeregt?“ rief die Czarin.

„Und mit Recht, Majeſtät“, entgegnete Potemkin, „Sie haben dieſen Uruſſow gegen meinen Rath heute Vormittag mit wichtigen Depeſchen abgeſchickt. Wenn ich nun nicht wäre, hätte ſie der unvorſichtige Knabe, ohne es zu wollen, dem Feinde in die Hände geſpielt.“