Teil eines Werkes 
3. Band (1874)
Entstehung
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legt, über einem Brüſſelerhemde floß ein langer Rock von weißer Seide von den Hüften der Czarin bis zur Erde hinab und in ſchimmernder Schleppe nach. Jetzt ſchlüpfte Katharina langſam, ſich ſelbſtzufrieden in dem Spiegel betrachtend, in den weiten Schlafpelz von blut⸗ rothem Sammet, der mit glänzendem Hermelin gefüt⸗ tert und verſchwenderiſch ausgeſchlagen war. Indem ſie ihre Arme anmuthig in dem reichen Pelzwerk badete, drohte das arme Mädchen hinter ihr in die Knie zu ſinken.

„Was haſt Du?“

„Ach! der Pelz iſt ſo ſchwer.“

Die Augen voll Thränen befeſtigte Angela zuletzt noch einen weißen Spitzenſchleier auf dem Haupte der Kaiſerin, welcher auf ihren Schultern herabfallend Alles das, was er zu verbergen ſchien, ſinnbethörend durchſchimmern ließ.

„Glaubſt Du, daß er mich ſo lieben wird, Angela,“ ſagte die Czarin, ſich mit einem ſtolzen Blick im Spie⸗ gel muſternd.

„Ich fürchte“, wollte das Mädchen zur Antwort geben.„Wem wäre es möglich, Sie nicht zu lieben!“ ſagte ſie dann.

Katharina küßte ſie auf die Stirne und entließ ſie, dann warf ſie noch einen Blick in den Spiegel

und öffnete die Thüre. Sacher⸗Maſoch, Ruſſiſche Hofgeſchichten. III. 14