Teil eines Werkes 
3. Band (1874)
Entstehung
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„Mehr als das“, ſagte Katharina II. ſtreng,„eine neue Beleidigung würde ich unerbittlich ſtrafen.“

„Mit Degradation?“

„Ja wohl, mit Degradation und dann—“.

„Dann?“ rief Maxim erſchreckt.

„Ja, dann ſind Sie gemeiner Soldat, mein lie⸗ 6 ber Freund“, fuhr die Czarin fort,„und ein Soldat, den man dem ſtrengſten Commandanten übergibt. Bei dem geringſten Vergehen— und ein guter Commandant ſorgt dann dafür, daß Sie bald eines begehen— ſind Sie ohne Pardon der Kuute verfallen.“

„O, ich werde pünktlich ſein, Majeſtät“, ſeufzte Maxim, der mit ſchlotternden Knieen vor dem ſchönen Weibe ſtand, das ebenſo grenzenlos grauſam ſein konnte, als es zu lieben im Stande war.

„Auf heute Abend denn“—.

Der Abend kam. Schon eine halbe Stunde vor acht Uhr ſtand Maxim vor der Thüre des kaiſerlichen Boudoirs, in das er diesmal beſchieden war und hin⸗ ter dieſer Thüre mußte Angela der Czarin bei dem Negligé behilflich ſein, das dieſe machte, um ihren Bräutigam zu berücken. Die reizende Unordnung der weiß gepuderten Locken und Löckchen ſchien gelungen, Reifrock und Corſett der Rocvecodame, ähnlich den Rüſtſtücken eines mittelalterlichen Ritters, waren abge⸗