Teil eines Werkes 
3. Band (1874)
Entstehung
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„Weshalb ſind Sie geſtern Abend nicht gekommen?“ herrſchte ihn Katharina I. an,„Sie verdienten, gezüch⸗ tiget zu werden, wie ein unartiger Knabe.“

„Hätte ich kommen ſollen?“ entgegnete Maxim er⸗ ſtaunt.

„Haben Sie meinen Brief

„Alſo?“

„Ja, Majeſtät, erhalten e ich ihn wohl“, ſprach Maxim mit dem dümmſten Geſicht von der Welt,„aber nicht geleſen.“

„Nicht geleſen? was ſoll das?“

„Weil ich nicht leſen kann, Majeſtät.“

„Sie können nicht leſen!“ ſagte Katharina II. ſtarr.

„Und— und— da ich wußte, daß der Brief — daß er von Eurer Majeſtät— wagte ich nicht, ihn mir von Jemand Anderem zu laſſen“, ſtammelte Maxim.

„Das fehlte noch“, rief Katharina II.,„gut, für diesmal ſind Sie entſchuldigt, aber Sie ſollen mir ſo⸗ fort leſen lernen, ich ſelbſt will Ihre Lehrerin ſein. Heute Abend um acht Uhr iſt die erſte Lection, wagen Sie es nicht, dieſelbe zu verſäumen.“

„Würde ich in Ungnade fallen?“ fragte angenehm überraſcht.

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