„Wie ſoll ich es alſo anfangen, Excellenz“, erwi⸗ derte Maxim aufathmend,„um bei der Kaiſerin in Ungnade zu fallen?“
„In Ungnade?“ Potemkin brach in ein lautes Lachen aus,„es klingt unglaublich, hier, wo Alles um Gunſt und Gnade buhlt, intriguirt, kriecht und kämpft, hier ſucht der ehrliche Burſche Ungnade.“
„Ja wohl, Ungnade“, rief Maxim,„und zwar Un⸗ gnade um jeden Preis!“
Noch denſelben Abend erhielt Maxim durch eine vertraute Kammerfrau der Czarin einen Brief derſelben, in welchem ſie ihn zu ſich berief.
Er ging zu Potemkin und berieth ſich mit demſel⸗ ben. Der erfahrene Mann, der einzige, unter deſſen Ein⸗ fluß Katharina II. ſo lange ſie lebte ſtand, gab ihm eine eingehende Inſtruction, in der er jeden nur denkbaren Fall vorſah und beſprach. Beruhigt ging der junge Lieutenant jetzt an das Werk. Er begann damit, daß er nicht bei der Czarin erſchien, ja nicht einmal ihren Brief beantwortete.
Am nächſten Tage wurde er in das Cabinet der Kaiſerin befohlen, welche die Stirne zornig runzelte, als er eintrat. Potemkin hatte ihm geſagt, daß die Czarin geiſtreiche Männer liebe und ihm den Wink gegeben, ſich ſo albern als möglich zu ſtellen.


