Teil eines Werkes 
3. Band (1874)
Entstehung
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Zu Cherſon wurde im Mai 1787 der denkwürdige

Vertrag zwiſchen Katharina II. und Joſeph II geſchloſſen,

in welchem ſie ſich zum Kriege gegen den Sultan und zur Theilung der Türkei verbanden. In dieſem ſieg⸗

reichen Kriege errang ſich insbeſondere Suwarow, der

Feldherr Potemkin's, ſeine ſchönſten Lorbeeren; von öſterreichiſcher Seite wurde der Kampf mit wechſelndem Glücke geführt und Joſeph erlebte das Ende deſſelben nicht.—

Die Czarin beſuchte nach dem Abſchied von Potem⸗ kin noch Sebaſtopol und genoß von dem Kaſtell aus den Anblick ihrer mit bengaliſchem Feuer beleuchteten Kriegsflotte, dann kehrte ſie auf einem anderen Wege in ihre Reſidenz zurück.

Von Petersburg aus verlieh ſie Potemkin den ſtol⸗ zen Beinamen des„Tauriers“ und befahl dem Senat, eine Ruhmſchrift auf den Eroberer der Krim aufzuſetzen und im ganzen Reiche zu publiciren.

An dem Tage, wo Potemkin freudeſtrahlend ſeiner Nichte die große Botſchaft brachte, ſagte dieſe mit einem ſchelmiſchen Lächeln:„Nun, Gregor Alexandrowitſch, wem danken Sie denn eigentlich dies Alles, ſo viel Gnade ſtatt der befürchteten Ungnade und Verbannung?“

„Dir, mein Kind, wem ſonſt?“ erwiderte der Tau⸗ rier, das hübſche Mädchen zärtlich ſtreichelnd.