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treulos hieher gelockt habeſt, um mit Gewalt meine Hand und den Thron von Rußland zu uſurpiren, und dies halte ich für unmöglich. Ich kenne Deine Ergebenheit, wie Du mein Weſen kennſt, das, zur Herrſchaft geſchaffen, keinen Mann über ſich, ja nicht einmal neben ſich duldet.“
Potemkin lächelte.„Meine Kaiſerin“, entgegnete er nach einer kleinen Pauſe,„kann ruhiger unter dieſem Dache ſchlafen, als in Ihren Paläſten zu Petersburg und Zarskoje Selv. Nie wird es Ihrem Diener in den Sinn kommen, Sie Ihrer Freiheit oder Macht be⸗ rauben zu wollen.“
„Was haſt Du alſo für Pläne mit mir?“ mur⸗ melte Katharina II., indem ſie die Arme auf der Bruſt gekreuzt, raſch auf Potemkin zutrat,„denn ich ſehe es Dir an, daß Du etwas im Hinterhalte haſt.“
„Darf ich offen ſprechen?“
„Ich befehle es Dir.“
„Nun denn, ja, ich habe geheime Abſichten“, erwiderte Potemkin,„welche ich nur meiner großen Monarchin eröffnen kann. Ich habe Dich hierher geführt, um Dir den Weg nach Byzanz zu zeigen. Du haſt Dich über⸗ zeugt, daß dieſe Länder, die mein Schwert für Dich erobert hat, in wenig Jahren zu den blühendſten Deines Reiches geworden ſind, wir ſind nun ſtark genug, an eine neue, größere Aufgabe zu denken.“


