Teil eines Werkes 
3. Band (1874)
Entstehung
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6 chen, deſſen ausgelaſſene Melodie hell und herausfordernd in den Garten hinausklang. Offenbar hatte ſie keine Ahnung davon, daß ſie beobachtet wurde und noch dazu von einem ſehr hübſchen jungen Cavalier, der in dem feinſten rothen Atlasanzug, den mit Goldborten benähten dreieckigen Hut auf dem milchweißen Toupet, den blitzen⸗ den Galanteriedegen an der Seite, kaum fünfzig Schritte weit von ihr in einem Bosquet ſtand.

Die blonde Schöne aber pflückte unbekümmert ihre Pflaumen fort und trillerte gleich einer Lerche, bis ſie ſich plötzlich von einem kräftigen Arm umſchlungen fühlte und der hübſche Cavalier aus dem Bosquet ihr die Lip⸗ pen, denen eben ein Angſtgeſchrei entſchlüpfen wollte, mit einem feurigen Kuſſe ſchloß. Aber beinahe in dem⸗ ſelben Augenblick hatte ſich auch das Mädchen wieder losgeriſſen und maß den allzu kühnen Liebeswerber mit einem vernichtenden Blick

Sind Sie mir böſe, Natalie? fragte der junge

Cavalier.

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Nicht ſo fremd, mein Fräulein, fiel der Lie⸗ bende ein.Sie wiſſen, wie ſehr ich Sie verehre, an⸗ bete.

Wie ſoll ich das wiſſen?

Sie haben es wohl in meinen Augen geleſen.