Teil eines Werkes 
2. Band (1873)
Entstehung
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ſie wartete noch keine Viertelſtunde, ſo ertönte das Knallen einer Peitſche und ein Rudel mit einem Stricke zuſammengekoppelter Pferde kam in kurzem Trab heran, von einem Hirten getrieben, welcher ohne Sattel auf einem großen, muthigen Schimmel ſaß.

An der Stelle, wo noch verkohlte Reſte des geſt⸗ rigen Feuers umherlagen, ſprang er herab, trug Reiſig zuſammen und zündete es an.

Noch kehrte er der Kaiſerin den Rücken, aber ſie ſah ſofort an ſeiner ſchlanken, elaſtiſchen Geſtalt, daß er jung war; er trug ein Ueberhemd und eine Hoſe aus grober Leinwand, und einen breiten Strohhut auf dem Kopfe.

Endlich kehrte er ſein Geſicht zu ihr und die Flamme des brennenden Reiſigs fiel voll und grell darauf.

Er war hübſch ja mehr als das ſchön ſein regelmäßiges Geſicht mit der geraden Naſe, den fei⸗ nen Brauen, den großen blauen Augen, von hellbraunem Haare eingerahmt, hatte nur ein wenig zu viel von jenem blöden Bauernausdruck, und dann war er wirk⸗ lich nicht gewaſchen. Indeß achtete die Kaiſerin auch nicht viel darauf, im Gegentheil, ihr klopfte das Herz

5 ein wenig, denn ſie ſah ſich der Erfüllung ihrer ſelt⸗ ſamſten Laune gegenüber, ſie hatte ihren Paris gefunden.