Teil eines Werkes 
2. Band (1873)
Entstehung
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Vorſichtig öffnete ſie dieſelbe, vorſichtig ſich nach allen Seiten umblickend, verließ ſie den Park und ſchloß die Thür eben ſo behutſam hinter ſich ab. Dann ſuchte ſie raſch das kaum zweihundert Schritt entfernte Wäldchen zu gewinnen. Hatte ſie dieß erreicht, dann war ſie vor Ueberrumpelung ſicher. Aus dem Wäld⸗ chen machte ſie dann ihre Entdeckungsreiſen durch die Wieſen, die Felder, bis in die benachbarten Dörfer.

Dieſes Spiel trieb ſie bereits ein paar Tage, als ſie eines Abends auf den Einfall kam, ihre ſeltſame Streifung in die Nacht hinein auszudehnen, wo die Knaben und Jünglinge in Rußland zur Sommerzeit ihre Pferde auf die Waide zu treiben pflegen.

Der Mond war im Zunehmen und beleuchtete die weite Ebene hell genug, ſo daß jeder einzelne Gegen⸗ ſtand mindeſtens in ſeinen Umriſſen dertlich hervortrat. In der Luft war jener den ruſſiſchen Dörfchen und Landſchaften eigenthümliche aromatiſche von Wer⸗ muth und Thyhmian.

Katharina hatte auf der Waide nahe dem Gehölz und Zarskvje Selo die Reſte eines Hirtenfeuers entdeckt, ſie verbarg ſich alſo, als ſie auf dem Rückwege das Wäldchen erreichte, in den dichten Gebüſchen am Rande deſſelben und harrte.

Dießmal ſchien ihr der Zufall günſtiger. Denn