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„Schmeichlerin!“ rief die Czarin,„aber darin biſt Du im Irrthum. Weshalb ſoll nur der Geſchmack eines Gebildeten gelten? Müßte nicht ein naives, von keinen Vorurtheilen beherrſchtes, von keinen akademiſchen Regeln irregeleitetes Kind der Natur richtiger, unbe⸗ fangener urtheilen können?“
„Aber unſere Naturkinder riechen nach Knoblauch“, wendete die Daſchkoff ein
„Nun, ſo parfümirt man ſie.“
„Und ſie ſind auch nicht beſonders— rein.“
„Nun, ſo läßt man ſie waſchen“, lachte die Kai⸗ ſerin.„Ich habe es mir einmal in den Kopf geſetzt, und ich werde meinen Paris finden.“
„Es iſt alſo Ihr voller Ernſt?“ fragte die Daſch⸗ koff.
„Mein voller, ernſteſter Ernſt“, wiederholte die Czarin ſpöttiſch, mit komiſchem Pathos,„und wie Ernſt es mir iſt, ſollſt Du daraus ſehen, daß ich noch heute Couriere nach allen Weltgegenden ausſenden werde mit der Aufgabe, einen Mann zu ſuchen, welcher jung, hübſch, naiv und wo möglich— gewaſchen iſt, und bei allen dieſen hochwichtigen Eigenſchaften ſeine Czarin nie geſehen hat, nicht einmal auf einem Silberrubel, geſchweige denn von Angeſicht zu Angeſicht, einen Mann, der, wenn ich vor ihm erſcheine, nicht weiß, daß ich


