„Um ſo beſſer“, dachte im nächſten Augenblick die Daſchkoff.
„Wenn er mich wirklich ſo ſehr liebt“, begann Katharina II.
„Er betet Sie an“, rief die Daſchkoff.
„Dann verſpricht uns dieſe Liebesnarrheit eines großen Philoſophen einiges Amuſement“, ſprach die Czarin,„aber wir müſſen vorſichtig ſein, er ſcheint kühn, zu Allem entſchloſſen. Wir müſſen unſeren guten Ruf im Auge behalten.“
Die Daſchkoff machte ſich an der Robe ihrer kai⸗ ſerlichen Freundin zu ſchaffen, ſo verbarg ſie das Lä⸗ cheln, das ihr muthwilliges Geſichtchen überflog.
„Die Tugend iſt die erſte Pflicht einer Philoſo⸗ phin“, fuhr Katharina II. fort,„und ich will meinen Unterthanen mit gutem Beiſpiel vorangehen.“
Die Daſchkoff beſſerte noch immer an der kaiſer⸗ lichen Robe.
„Nun aber ſetz' Dich zu mir, Katinka“, ſagte die Czarin,„und wir wollen verabreden, was geſchehen ſoll.“
Die beiden Freundinnen ließen ſich beim Kamin nieder.
„Wollen Sie Diderot erhören, Majeſtät?“ begann die Fürſtin.


