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„Es iſt unmöglich“, ſprach Orloff mit einigem Trotz,„ein General kann nicht Schildwache ſtehen.“
„Ich denke, ein General hat wie ein Soldat vor Allem zu gehorchen“, antwortete die Deſpotin mit dem Tone voller Strenge.
„Ich gehorche nur dem Reglement, das Eure Majeſtät ſelbſt gegeben haben“, rief Orloff muthiger.
„Und dieſes Reglement ſagt?“
„Daß ein General nie und niemals Wache ſtehen kann.“
In dieſem Augenblicke leuchtete etwas ſeltſam Teufliſches in dem Geſichte Katharina's auf, ſie lächelte,
aber es war ein Lächeln, bei dem es Denjenigen, dem
es galt, wie Tovesangſt überkam, das Lächeln des Inquiſitors, der den Ketzer auf die Folter zu ſpannen befahl, des Türken, welcher ſeinen Chriſten⸗Sclaven an den Pfahl binden und peitſchen hieß.
„Alſo nie und niemals“, wiederholte die Kaiſerin, „nun das gefällt mir, Gregor Orloff, daß Du ſo pünkt⸗ lich und ſo eifrig dem Reglement gehorchſt, das ich, wie Du ſagſt, ſelbſt gegeben habe und daher vor Allem ſelbſt reſpektiren muß, aber was nun thun, da ich, wie Du wohl wiſſen wirſt, nicht gewohnt hin, meinen Willen je aufzugeben?“ Orloff zuckte die Achſeln.


