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„Aber, Majeſtät, ich, ein Großer des Reiches, ein General, kann doch nicht Wache ſtehen“, wendete Or⸗ loff immer betretener ein.
„Warum nicht“, rief Katharina,„ſobald ich es will? Iſt nicht mein Wille das oberſte, ja das allei⸗ nige Geſetz diefes Reiches, habe ich nicht aus Dir, Gregor Orloff, einen Grafen, einen General gemacht und biſt Du deshalb etwas mehr als ein lebendiges Spielzeug meiner Laune? Kann ich aus Dir nicht jeden Augenblick den letzten meiner Diener, meinen Stallknecht, einen armen, elenden Leibeigenen machen? Gehorche alſo und nimm die Muskete!“
„Majeſtät, ich beſchwöre Sie“, bat Orloff,„mich vor der Welt nicht ſo preis zu geben, meine und Ihre Würde eines Scherzes wegen nicht ſo preis zu geben!“ „Wer ſagt Dir, daß es Scherz iſt?“ entgegnete Katharina, welcher die beiſpielloſe Beſchämung, die komiſche Verzweiflung ihres Günſtlings immer mehr Vergnügen machte und welche ſich mit wahrhaft grau⸗ ſamer Freude an ſeiner Angſt, ſeiner Armenſünder⸗ miene weidete.
„Es kann nicht Ihr Ernſt ſein“, ſtammelte Orloff.
„Es iſt aber doch mein Ernſt“, rief die Kaiſerin. „Abgelöſt! Die Muskete zur Hand!“


