Teil eines Werkes 
1. Band (1873)
Entstehung
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„Dein Leben und Du zitterſt für— ſie“, wieder⸗ holte Frau von Ball,„Du liebſt alſo Katharina?“

Mvens blieb ſtumm.

„Du liebſt ſie“, murmelte die Schweſter,„um ſo beſſer. Du wirſt alſo, was ich beabſichtigt habe, gern und freudig thun.“

„Wie?“

„Du mußt die Czarin vollkommen erobern“, flüſterte Frau von Ball;„Peter der Große kann un⸗ möglich lange mehr leben, dann beſteigt Katharina den Thron und wir regieren mit ihr Rußland.“

„Welche tollen Gedanken, welche gefährlichen Pläne“, rief Mvens,„nie werde ich mich zu ähnlichen Intriguen mißbrauchen laſſen. Ich liebe nicht die Czarin, ich liebe Katharina, das ſchöne, liebenswürdige Weib.“

„Du biſt ein Kind, wir reden noch mehr davon, zieh Dich jetzt ſchön an, wir gehen zur Kaiſerin“, ſagte Frau von Ball. Sie dachte jetzt nur daran, ihren Bruder herauszuputzen; der flüchtige Eindruck im Parke mußte erneuert und verſtärkt werden, das war ihr vor Allem klar. Alles Weitere, dachte die ehr⸗ geizige Frau, müßte ſich von ſelbſt machen, wenn nur die Kaiſerin erſt Myens wirklich liebe. Frau von Ball half dem auf das Höchſte Verwirrten ſein Halstuch binden und machte ihm dann eine kühne Friſur.