Teil eines Werkes 
1. Band (1873)
Entstehung
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2

„O, Majeſtät!“ rief die Vertraute.

„Gehen Sie jetzt und bringen Sie mir Ihren Bruder“, ſchloß die Czarin.

Frau von Ball ſuchte auf der Stelle Moens S „Die Kaiſerin hat Dich zu ihrem Pagen ernannt“, rief ſie ihm zu. Der junge, beſcheidene Mann fand im erſten Augenblick kein Wort der Erwiderung, kein Zei⸗ chen der Freude.

„Nun, Du jubelſt nicht“, fuhr Frau von Ball fort,„Du machſt ſogar ein recht einfältiges Geſicht. Mein Kind, Du weißt vielleicht nicht, was dieſe Er⸗ nennung bedeutet? Sie heißt ſo viel, als die Kaiſerin iſt Dir gewogen und Katharina liebt Dich!“

„Katharina!“ ſchrie Mvens auf,„Katharina liebt mich?“

„Nun, was iſt da ſo Beſonderes daran“, ent⸗ gegnete Frau von Ball,„es iſt nicht das erſte Mal, daß eine Monarchin ihren Unterthan, ihren Diener liebt. Aber vorläufig darfſt Du ihr nicht merken laſſen, daß Du etwas von ihrer Leidenſchaft für Dich weißt, denn ſie will ſich bezwingen. Sie fürchtet den Großen, das iſt Alles.“

„Sie hat recht“, murmelte Moens,„ich zittere bei dem Gedanken ſchon, für— ſie, nicht für mich, denn ich würde mein Leben gern für ſie hingeben.“