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„Ein merkwürdiger Traum“, ſprach Frau von Ball.
„Er ſcheint mir eine Warnung.“
„Wie?“
„Eine Warnung, mich nicht dieſem Gefühle hin⸗ zugeben, welches ſeit geſtern Abend mein Herz beun⸗ ruhigt“, entgegnete Katharina I.„und doch, ich muß wiſſen, wer der Sänger iſt, ich will ihn ſprechen, forſchen Sie nach.“
„Es iſt unnöthig, Majeſtät“, flüſterte Frau von Ball.„Ich kenne jetzt den Sänger.“
„Es iſt ein Fremder? Nicht?“ rief die Czarin.
„Es iſt mein Bruder Moens de la Croix“, er⸗ widerte Frau von Ball.
„Ihr Bruder!“
„Ja, Majeſtät.“
Katharina ging in einer Aufregung, welche ihre Vertraute noch nie an ihr bemerkt hatte, in ihrem Schlafgemache auf und ab. Endlich ſagte ſie:„Ich vertraue Ihnen. Schweigen Sie über Alles, was Sie ſeit geſtern Abend geſehen und gehört haben. Ich will Ihren Bruder in meiner Nähe haben. Ich ernenne ihn zu meinem Pagen und heute noch ſoll er ſein Amt antreten.“
„Welche Gnade, Majeſtät“, rief Frau von Ball,
ſich der Monarchin zu Füßen werfend. 2*


