18 III.
Der Sänger wird entdeckt.
„Wiſſen Sie, daß ich von ihm geträumt habe?“ waren die erſten Worte der Kaiſerin, welche ſie am
nächſten Morgen ſprach, als Frau von Ball bei ihr eintrat.
„Von dem Sänger?“
„Ja, es war ein komiſcher Traum“, ſagte Ka⸗ tharina.
„Hier in meinem Schlafgemache ſtand der ſchöne Jüngling vor mir und ſchwur mir Liebe. Ich aber wehrte ihn ab und ſagte: Ich will jene Liebe, welche den Mann zum Sclaven der Geliebten macht, zu ihrem Ritter, der für ſie zu ſterben verſteht. Da nahm er— es iſt zu komiſch— denken Sie, da nahm er ſeinen Kopf ab, etwa wie man einen Hut abnimmt und legte ihn vor meine Füße. Jetzt erſt bemerkte ich, daß ein Blutſtrom aus demſelben floß, welcher ſich immer mehr ausbreitete, höher und höher ſtieg und mich zu ver⸗ ſchlingen drohte. Ich ſchrie auf, da war mit einem Male aus dem Blute, das mich umrieſelte, ein rother Kaiſermantel geworden, welcher majeſtätiſch von meinen Schultern herunterfloß.“
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