Teil eines Werkes 
1. Band (1873)
Entstehung
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iſt es doch ſehr langweilig, ſeitdem der Czar fort iſt;

ſo raſch und heftig auch ſein Weſen iſt, wo er iſt, iſt

Leben, Bewegung, man kommt nicht zur Ruhe.

Und fühlen ſich Majeſtät wohl bei dieſem Leben? fragte Frau von Ball.

Mindeſtens verzweifle ich nicht vor Langeweile, wie jetzt, rief Katharina.

Majeſtät vermiſſen den Czaren ſo ſehr, weil Sie ihn lieben, bemerkte die Begleiterin.

Weil ich ihn liebe, wiederholte Katharina und verſank in Nachdenken.Wiſſen Sie, liebe Ball, daß ich eigentlich nie geliebt habe? Ich muß es mindeſtens

glauben, nach Allem, was ich von Anderen über dieſes ſüße, trunkene Gefühl höre. Ich habe von der Süßig⸗ keit der Liebe wenig empfunden. Die Schuld mag an

mir liegen.

Nein, ſie liegt an dieſen Männern, welche in dem Weibe nicht die Krone der Schöpfung ſehen, wie andere gebildete Nationen, ſondern die Sclavin ihre Lüſte.

Man liebt alſo in Frankreich anders wie bei

uns? fragte die Kaiſerin.

Ja, meine Mutter hat es mir oft genug erzählt, wie dort der Mann der Sclave der Geliebten iſt, welche er knieend anbetet, der er mit Begeiſterung dient,

ihr Ritter, der jeden Augenblick bereit iſt, für ihren