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Salizische Geschichten : Novellen / von Sacher-Masoch
Entstehung
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Rücken aus, wie eine Thierbändigerin auf dem Löwen, den ſie zahm und gehorchſam gemacht hat.

Ich regte mich nicht, auch dann nicht, als ſie ſich erhob, um durch das Zimmer zu gehen.

Als ich endlich die Augen öffnete, ſah ich den Mond, der leiſe in das Zimmer getreten war, ihre Füße küſſen, dann ſich langſam erhebend ſie mit ſeinen weißen Armen umfangen, während ſie ihm kokett die Lippen dabot.

Zorn und Eiferſucht erfaßten mich.

Was will der bleiche Wüſtling, rief ich,Du biſt mein!

Mein biſt Du, lachte ſie, und warf ſich in die Polſter, daß ihr Haar wie eine Flamme aufflog und ich vom Wahnſinn der Liebe aufs Neue erfaßt, meine Lippen auf ihre Kniee, ihre wogende Bruſt preßte und endlich mein Haupt an ihre Schulter lehnte.

Was iſt das? fragte ich nach einer Weile,ich fühle kein Herz in Deiner Bruſt ſchlagen?

Ich habe kein Herz, ſagte ſie kalt und verdroſ⸗ ten. Es durchſchauerte ihre edeln Glieder wie ein Windſtoß.Aber Du, fuhr ſie ſpöttiſch fort,Dir pocht es wie toll hinter den Rippen und Du liebſt mich auch wie ein Narr!

Wie ein Narr, wiederholte ich mechaniſch.