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Salizische Geschichten : Novellen / von Sacher-Masoch
Entstehung
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koſten laſſen, und wirklich er war glühend und ſüß wie Sorbet. Im nächſten Augenblicke wand ſie meine 1 Locken um ihre Hand und wühlte endlich mit beiden in meinem Haare, ſo zärtlich und dabei doch mit einer Art Zorn, und riß mich mit der Wuth einer Bacchantin an ſich, an ihre Lippen, die zu dürſten ſchienen in trocke⸗ ner Fiebergluth. Die Welle, die mich weich umſpielt hatte, wurde zur Woge, die mich bedrohte, mit der ich gleich einem Schiffbrüchigen rang, und als das zaubermächtige 6 Weib mich plötzlich auf das Ohr küßte, da begann es. mir in demſelben zu ſingen, zu klingen, zu ſauſen, wie einem Ertrinkenden, und umwunden von ihren feuer⸗ ſprühenden Flechten meinte ich in einem Ocean von kochender Lava zu ſchwimmen, der mich endlich ver⸗ ſchlang, in dem Taumel übermenſchlicher Liebeswonne. In ihren teufliſchen Küſſen ward mir die ganze Mh⸗

ſtik der Leidenſchaft mit einem Male offenbar, Luſt und Bangen, Genuß und Marter, Seufzer, Lachen und Weinen, bis ich im Taumel wieder mit dem Ant⸗

litz zur Erde ſank.

Biſt Du todt? fragte ſie nach einer Weile und

als ich mich nicht regte, trat ſie mir mit dem kleinen nackten Fuß leiſe in das Geſicht, im nächſten Augen⸗ blicke ſtreckte ſie ſich, muthwillig lachend auf meinem