Flammen zu mir empor, bald ſchien ſich das eiſige
Leichentuch des Schnees über mich zu breiten.
„Gieb mir zu trinken“, ſagte ſie plötzlich.
„Was befiehlſt Du?“ fragte ich.
„Wein,“ gab ſie zur Antwort. Zugleich deutete ſie auf einen Glockenzug in der Nähe der Thüre.
Ich zog die Glocke. Ihr Ton durchzitterte ſchau⸗ erlich das weite öde Gebäude, nicht lange und eine Stimme, die aus dem Grabe zu kommen ſchien, fragte nach unſeren Befehlen.
„Wein, Alter!“ ſagte ich.
Wieder nach einer Weile pochte es an der Thüre, und als ich hinaustrat ſtand der Caſtellan mit einer Flaſche da, auf der noch der Staub des Kellers lag, und zugleich zitterte in ſeiner Hand ein ſilbernes Brett, auf dem zwei Glaspokale leiſe aneinander klangen.
Ich ſchenkte einen derſelben voll, mit guthrothem Burgunder Wein und reichte ihn ihr. Sie ſetzte ihn an und ſchlürfte das Blut der Reben eben ſo gierig, wie meine Küſſe, und als ich das Glas auf ihren Wink zurückgeſtellt hatte, legte ſie den Arm um mei⸗ nen Nacken und ſaugte ſich feſt an meinen Lippen. Eine wunderſame Mattigkeit kam über mich, ſie ſchien mir Athem, Leben und Seele zu nehmen, ich meinte zu ſterben, der Gedanke in den blutgierigen Händen


