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wie Bäume ſich im Frühlingswind ſtrecken und auf⸗ athmen, nachdem der ſtarre Schlaf gewichen, die Füße verſuchten ſich im Schritt, und langſam, wie zu Tod ermattet, trat ſie vom Piedeſtal herab Von ihrer Schönheit hingeriſſen, umſchlang ich die Halberwachte und küßte ſie von Neuem mit aller Gluth des Lebens und der Jugend, die durch meine Pulſe flog. Sie gab mit müden Lippen den Kuß zurück wie im Schlafe, dehnte in olhmpiſcher Trägheit die blühenden Glieder, und ſchwebte langſam wie eine Nachtwandelnde einer Thüre zu, die ich bisher nicht bemerkt hatte, indem ſie mir mit der Hand zu folgen winkte.
Die Thüre ſchien von ſelbſt aufzuſpringen und wir betraten ein Gemach mit getäfeltem Plafond, uralten Tapeten, ſeltſam geformten Möbeln mit vergoldeteu
ſendet ihn mit einem Schreiben, das mit ſieben Siegeln verſchloſ⸗ ſen iſt, zur Mitternachtsſtunde nach der Inſel Sirmione im Garda⸗ See. Frau Venus erſcheint mit ihrem geiſterhaften Gefolge, er überreicht ihr das Schreiben, ſie bricht in Thränen aus, iſt aber gezwungen, den Ring zurückzugeben und den Zauber zu löſen. In der ſlaviſchen Welt hat die Sage einen dämoniſchen Charak- ter angenommen. Das Venusbild wird zum Vampyr, dem der Jüngling ſich durch den Brautring vermählt hat, und erſcheint Nacht für Nacht bei ihm. In demſelben Maße, wie ſich das Marmorweib belebt, ſchwindet das Leben des Unglücklichen, deſſen Seele dem ſchönen Geſpenſte verfallen iſt.—


