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zwei Seelen ineinander fließen, ſondern wie wenn eine dämoniſche Gewalt langſam mir das Blut aus dem Leben ſaugen würde.
Mich faßte eine namenloſe Angſt, aber ich war nicht fähig mich von den todten Lippen loszumachen, ſchon wurden ſie warm von den meinen, ſchon hob ein ſanfter Athem die elfenweiße Bruſt, und mit einem Male ſchlangen ſich die Marmorarme um meinen Nacken wie eine ſchwere Kette, die ſüße Laſt drückte mich nieder auf die Kniee und zugleich brach ein rei⸗
zendes Lächeln wie ein Mondſtrahl aus den weißen
Augen.*) Die ganze Geſtalt begann ſich ſanft zu regen,
Die uralte, bei verſchiedenen Völkern in mannigfachen Va⸗ riationen wiederkehrende Sage, welche hier als Grundaccord her⸗ vorklingt, tritt uns zum erſten Male plaſtiſch in der helleniſchen Welt entgegen. Pygmalion, König von Cypern, haßte anfangs alle Weiber, als er aber einſt eine ſchöne Bildſäule von einem Mädchen aus Elfenbein gemacht hatte, verliebte er ſich in dieſelbe und flehte Venus an, ſie zu beleben. Seine Bitte wurde erhört und er nahm ſie zu ſeiner Gattin. Ovid Met. X. 243. Philoſtrat de. vit. Apollon. II. c. 5. machte ihn zu einem Bildhauer. Die italieniſche Sage läßt einen vornehmen Jüngling aus Verona beim Ballſpiel den Brautring, der ihn hindert, einem Venusbild an den Finger ſtecken. Als er ihn ſpäter zurücknehmen will, ſchließt das Marmorbild die Hand und in der Brautnacht tritt es drohend zwiſchen ihn und ſeine junge Gattin. Nun ſucht er einen Nekromanten auf und dieſer
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