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Salizische Geschichten : Novellen / von Sacher-Masoch
Entstehung
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Es währte nicht lange, ſo kündigte die Erde wieder ihre Nähe an, die Lichter eines Dorfes guckten in der ſilbernen Dämmerung auf, eine Schmiede verſendete und eine rothe Feuerſäule ſtieg aus ihrem

Rauchfang gegen den Himmel, ſchwere Hammerſchläge pochten im melancholiſchen Takt durch die Nachtſtille und am Rain ſtand ein Brunnen von einem Schnee⸗ tuch überdeckt, deſſen gefrorener Strahl ſeltſame Ara⸗ besken bildete. Hinter den Hütten ſtieg der Abhang des Gebirges, ein mit beſchneiten Wipfeln herab, wie ein Koſakenheer auf ſchwarzen Pferden mit hohen weißen Lammfellmützen und glänzenden Lanzen. Dort, wo die gelben Schafte des Mais ſtehen geblie⸗ ben waren, ein beſchneiter Acker, ſchimmerte es wie mondbeglänztes Schilf im hellem Spiegel eines Teiches

Eine Strecke weiter ſtand ein Kreuz am Wege und der Heiland war mit diamantenen Nägeln an dasſelbe geſchlagen und trug ſtatt düſterer Dornen eine leuchtende Strahlenkrone.

Und war bisher nichts Lebendiges zu ſpüren, ſo zeigte ſich plötzlich auf der in Schnee gehüllten Winter⸗ ſaat eine muntere Geſellſchaft grauer Feldhaſen, welche im hochzeitlichen Lichte des Mondes ſcherzte und lie⸗ belte, hier wühlten einige emſig den Schnee auf, um Nahrung zu finden, dort ſpielten andere und ſchrieen