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Salizische Geschichten : Novellen / von Sacher-Masoch
Entstehung
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Nacht ſaß ich im Sattel, um dem ſchönen Marmorbilde einen Beſuch zu machen.

Es war kalt, aber die Luft ſtille und ohne Re⸗ gung. Die große reine Scheibe des Vollmondes ſtand bereits hoch am Himmel, ſo daß von dem goldenen Licht und dem Blitzen der Sterne nichts mehr zu ſehen war, als ein bleicher dämmeriger Schimmer. Es ſchien Tag zu ſein, ein trüber Tag mit bleigrauem Lichte zwar, aber doch Tag, ſo mächtig war die Sil⸗ berhelle des Mondes, von der Nähe und Ferne über⸗ ſtrömt waren und welche der Schnee, der Alles umher gleichmäßig in ſein grelles Weiß einhüllt, ſcharf zurück warf. Man konnte weithin jeden noch ſo kleinen Ge⸗ genſtand erkennen, nur in der Ferne ſchwebte es wie leichter Rauch und hinter demſelben ſtanden die Berge in diamantenen Schleier gehüllt.

Schnee und Mond ſind in ſolchen klaren ruhigen Nächten erſtaunliche Künſtler, Baumeiſter und Bildner vor allem, ſie wetteifern, Geſtalten in unſeren Weg zu ſtellen und fabelhafte Gebäude aufzurichten.

Da, wo ſonſt eine verlorene rußige Bauernhütte mit windſchiefem Strohdach ſteht, haben ſie einen herr⸗ lichen Eispalaſt mit blitzenden Fenſtern aufgeführt, wie jenen der unter der Regierung der Czarin Anna auf dem Eiſe der Newa erbaut worden iſt. Von einem